Sonntag, 22. Februar 2009

Citizen Otto

Hier eine Bschreibung eines durchschnittlichen Nachmittags in Hong Kong.

Prolog:
Stell dir vor:
Es ist Mittwoch.
Du hast 8 Stunden Schule, 1 Stunde Deutschunterricht und 2 Stunden Fitnesscenter hinter dir.
Du bist müde.
Du hast Hunger.
Fünf Minuten nach  dir kommt dein Gastvater nach Hause, den du doch so liebst.
Er öffnet die Tür und geht in die Mitte des Wohnzimmers, was etwa 5 Schritten entspricht.
Er schaut sich langsam um, erblickt dich und begrüßt dich mit den Worten
"You take the key, you close the door"
Du fragst dich, warum er immer noch mit dir in English spricht.
Du stehst auf und gehst zur Tür.
Du stehst vorm Fahrstuhl.
Du erinnerst dich, das es besser is  nicht zu Blinzeln, weil du sonnst die Tür verpasst.
Du gehst zurück und schließt die Tür.
Dein Gastvater hat sich inzwischen seines Shirts entledigt und stellt seinen OPberkörper zur schau, für dessen Beschreibung noch Worte erfunden werden müssen.
Dein gastvater schaltet, nachdem er siene Klamotten gekonnt im ganzen Raum verteilt hat, den Fernseher an und schenkt dem armen Gerät danach keine Beachtung mehr.
Er geht ins Schlafzimmer und macht auch dort den Fernseher an, verlässt das Schlafzimmer aber sofort wieder und geht ins Bad.
90 Minuten später...
Du willst gerade die Tür aufbrechen, weil die Grunz- und Schnaufgeräusche seit 20 Minuten einer besorgniserregenden (aber irgendwie auch angenehmen) Stille gewichen sind.
In dem Moment macht dein Gastvater die Tür auf, wobei er erst danach feststellt das man den Türknopf drehen kann.

Im Restaurant:
Es ist 21 Uhr.
Du sitzt beim Thailänder.
endlich kommen die Teller.
20 Minuten später...Am Tisch hinter dir hat sich inzwischen eine 20-köpfige Familie vom Chinesischen Festland eingefunden.
Du wusstest bis jetzt nicht, das man den Refrain des Liedes "I like to move it" falsch betonen kann.
Alles was folgt müsst ihr euch mit einem konstanten (falsch betonten) "i like to move it move it" im Hintergrund vorstellen...
Neben dir sitzt dein Gastbruder, dessen Haare nach dem Duschen immer zu einem sehr geschichtsträchtigen Seitenscheitel fallen, und stimmt seine zunehmend rechtslastigen Ausführungen über seinen Arbeitstag an.
Deine Gastmutter klaut dir deinen Tee und füllt die Hälfte in ihre Tasse um.
Dein Gastbruder beendet seine Ausführungen mit den Worten "Wenn ich den Job noch ein Jahr mache werde ich zum Nazi"...
UNd bevor du "What the fuck?" sagen aknnst, kommt eine Leichtbekleidete Thailändische Kellnerin und füllt deinen Tee wieder auf.
Du fragst dich, warum deine Gastmutter deinen Tee kleuen muss wenn er sowieso immer wieder aufgefüllt wird.
Hinter dir singen die Chinesen immer noch.

Epilog:
Es ist 12.
Di sitzt auf deinem Bett und denkst über Kompromisse nach.
Wie kommst du auf dieses Thema?
Nun, du hast gerade festgestellt, das es in deinem Zimmer keinen Platz gibt an dem du gleichzeitig aufrecht sitzen und die Beine ausstrecken kannst.
Du entschließt dich ins Bett zu gehen.
Du streckst dich nochmal und bekommst einen Krampf.
Du drückst die Beine gegen das Fußende und verkantest dich am Kopfende, weil das bett nur 1.80 lang ist.
Du entscheidest dich in diesem eingespannten Zustand zu verharren und döst langsam ein.
3 Stunden später... 
Du wachst auf und fragst dich was der Typ im Orkkostüm in deinem Zimmer vorm Computer macht.
Du schauhst genauer hin und stellst fest, das es auch ein Ork im Kostüm deines Gastvaters sein kann.
Mit messerscharfen Verstand kombinierst du, dass orks nich nachts um 3 auf Myspace rumtrollen um 20-jährige Mädchen anzubaggern.
Inzwischen hat Prinz charming gemerkt das du wach bist und kommentiert dies mit einem kurzen Grunzen.
Du drehst dich auf deinem bett um und schlummerst darnieder in einen alptraumgeplagten Schlaf.

Freitag, 14. November 2008

Alltag die Zweite (oder so...)

Ja, inzwischen haben mich auch die Probleme wieder eingeholt...
Besonders in der Familie krachts des oefteren. Hauptthema: Meine physikalische Abwesenheit zur chornisch festgesetzter Einnahme bearbeiteter Flora und Fauna zwecks Lebenserhaltung.
Kurz: Ich komm nich zum Abendessen.
Ausserdem Trink ich angeblich zu viel und hab die falschen Freunde.
Aber das ist alles halb so wild, nach einer Weile ist alles wieder verziehen.

Hong Kong an sich wird mit dr Zeit immer skuriller, vor allem zur Naechtlichen Zeit (Stichwort: Spiderman) und in der Schule.
Erstmal haben wir nicht 5, sondern 7 verschiedene Schultage, die sich also jede Woche verschieben. Zudem (wie zum Beispiel heute, wo die letzten drei Stunden Freistunden sind) muss man immer bis um vier in der Schule bleiben, was mich ziemlich ankotzt.
Heute war wieder einer dieser "wtf"-Tage. Jeden Tag D haben wir in der ersten Stunde "GAP", also quasi "Luecke". Und um diese Luecke zu fuellen werden veschiedene Aktionen veranstaltet. Heute wurdeein Politiker eingeladen, um eine Rede zu halten. Ich hab mir unter Politiker (der zudem auch noch enorm erfolgreich ist) alles vorgestellt, nur nicht DAS.
Aus der modischen Schwarzes Sakko-gruenes-Tshirt-combo guckte einem mit trueben Blick eine Firgur des elends entgegen, abgerundet mit Pantoffeln, die er stilbewusst(ohne Socken) zur grauen Stoffhose trug. Aus dem Hinterkopf wuchs etwas, das erst am Arsch aufhoerte und mit viel fantasie als "Haare" durchgehen koennte.
Schon fing er an, auf kantonesisch loszubrabbeln.
Und waehrend dieses zottelige Etwas vorne mit der Ausstrahlung eines Backsteins und Kaeptn Blaubaer "ich erzaehl euch jetzt mal was"-Stimme von allem moeglichen, aber Hauptsaechlich von sich selbst (und seinen Haaren, sein Spitzname ist uebrigens "long-hair"...) redete, entglitt ich leise in den Aether.....

Aus der Kategorie "wie bitte?":

Eines Tages kam ich nach Hause und merke, dass ich meinen Schluessel vergessen hatte. Kein Problem, dacht ich mir, klingelste halt.
Ich klingelte.
5 Minuten.
Kein Problem, dacht ich mir, rufste halt an.
Ich rief an.
20 Mal.
Kein problem, dachte ich, warteste halt.
ich wartete.
2 Stunden.
Es schlug Geisterstunde, und ich musste mich nach anderen Schlafmoeglichkeiten umschauhen.
Dann musste ich durch die ganze Stadt gurken (mit dem Taxi, 75 Dollar), um bei jemandem zu pennen, den ich bisher nur einmal gesehen hatte.
Aber naja, halb so wild dacht ich mir (die Kamera, die ich dem Wachman als Pfand fuer die 100 Dollar gegeben hab, wird der sicher nicht verschaerbeln....).
So, nach 3 Stunden Schlaf gings dann am naechsten Morgen wieder um 6 los, um so Frueh wie moeglich zuhause zu sein. Nachdem ich die Top 10 der unfreundllichsten und rassistischsten Taxifahrer kennengelenrt habe, nahm mich endlich einer mit.
Der konnte Deutsch (4 Worte) besser als Englisch (2 Worte) und liess mich das mitbekommen....
Deshab bin ich den Rest vom Weg lieber mit der U-Bahn gefahren.
Zuahause angekommen, schlief ich noch 2 Stunden vor der Tuer und wurde dann von meiner Mutter aufgeweckt, fuer die es anscheinend das normalste der Welt ist.

Aber es Gibt auch gute Nachrichten:
Am 21 Januar 2009 kommt der Quatsch Comedy Club nach Hong Kong, mit dabei: RAINALD GREBE!!!!!!

Wie geil ist das denn? :D

Montag, 20. Oktober 2008

Alltag

Seit 3 Wochen hab ich hier etwas, was man als Alltag bezeichen kann.
Das sieht ungefähr so aus:
Montag:8-16 Uhr Schule, Fitnesscenter
Dienstag:8-16 Uhr Schule, 16-18 Uhr Volleyballtraining, Fitnesscenter
Mittwoch:8-16 Uhr Schule, 16-17 Uhr Deutschunterricht, Fitnesscenter
Donnerstag: 8-16 Uhr Schule,16-18 Uhr Volleyballtraining, 19-21 Uhr Fußballtraining
Freitag:8-16 Uhr Schule, Fitnesscenter
Samstag:18-20 Uhr Fußballtraining
Sonntag: Morgens Joggen, später Fitnesscenter.
Am Wochenende gehts meistens nach LKF.
Dort gehen wir entweder in Diskos (was teuer ist) oder kaufen uns Fusel im 7/11 (was billig ist), und der Abend nimmt seinen Lauf....
Enden tut er meißtens folgendermaßen:
1. Ein gewisser Australier ist Betrunken und stolpert ziellos durch die gegend, wobei. er noch mehr Blödsinn labert als sonst.
2. Man wird von betrunkenen Typen angefallen, die von einem zur Nächsten MTR Station gebracht werden wollen(wahlweise auch frisch verprügelte Brasilianer, die bei einem einziehen wollen -.-).

Ein Phänomen, welches mir hier aufgefallen ist, wird von den Chinesen "Eine Blume auf einem haufen Scheiße" betitelt.
Es läßt sich ungefähr folgendermaßen beschreiben:
Man stelle sich vor, man sieht eines dieser Makellosen Wesen(weiblich) an einem vorbeischweben (passiert hier nicht selten), und bei genauerem Hinschauhen bemerkt man so ein seltsames Etwas, was sie an ihrer Hand umherschleift. Die scharfsichtigen unter uns würden dieses etwas nach kurzer Zeit als eine zumindest menschenähnliche Kreatur erkennen. Die Gestallt dieser Kreatur, welche übrigens angeblich männlcih sein soll, lässt sich am ehesten mit "Stock", "Gerippe" oder auch "Hautständer" bezeichen. Das Auge wird weiterhin von der Runden Brille beleidigt, welche unübersehbar auf der spitzen Nase thront....

Und das ist noch nicht mal selten!

Freitag, 3. Oktober 2008

Nur mal so


Ich hab heute bei Burgerking Douglas Heffernan gesehen!








Achja und ich hab jetzt eine Freundin.

Mittwoch, 17. September 2008

Funny Games

Ich wurde vor etwa 3 Monaten auf Funny Games aufmerksam, da de Trailer mich an "Uhrwerk Orange" erinnert.
Und jetzt, nachdem ich den Film gesehen habe, finde ich diesen Vergleich sehr passend, beide Filme hinterlassen das gleiche Gefühl in einem, beide sind gefilmte Schläge ins Gesicht des nichts ahnenden Hollywoodfans.
Oft gibt es Szenen, bei denen man nur ungläubig auf den Bildschirm starrt, so unerwarted hart und direkt ist das Geschehen.

Worum gehts?
Eine Familie, bestehend aus Vater, Mutter und einem Kind besucht ihre großzügige Ferienwohnung.
Plötzlich stehen 2 Junge Männer in der Tür, und es beginnt eine Nacht voller Folter und Qual.
Diese Beschreibung könnte aus jedem billigen Horrorfilm stammen, und ganz ehrlich, die Story ist extrem simpel.
Allerdings sticht die Präsentation heraus.
Während die meisten Horrorfilme das Morden und Schlachten zelebrieren, wird hier Gewalt so dargestellt, wie sie ist: Unerträglich.

Unerträglich ist es auch, diesen Film anzusehen, die Qualen der Familie werden in unglaublichen, bis zu 10 Minütigen einstellungen emotionslos Festgehalten, als zuscheuer leidet man förmlich mit.
Emotionslos ist auch die Farbgebung, ironischerweise in unschuldigem Weiß gehalten.
Meiner Meinung nach das Uhrwerk Orange unserer Zeit

5/5

Sonntag, 14. September 2008

Party in Hong Kong

Gestern war der Beginn meines ersten freien Wochenendes (wurde aber auch mal Zeit!).
Das musste gebührend gefeiert werden, deshalb ging ich mit meinem Gastbruder und einer Texanerin in die Innenstadt.
Erster Stop war Wan Chai.
Dort kenne ich mich schon relativ gut aus, da mein Kantonesischkurs dort stattfindet.
Dass es an und für sich ein Rotlichtviertel ist, macht den Schulweg um einiges interessanter, vor allem weil der Kurs um 18 Uhr anfängt, und das "Geschäft" hier schon um 5 anfängt.
Wie auch immer, wir gingen in eine Bar, in der ausschließlich Rockmusik gespielt wurde.
Das wars dann aber auch schon mit den Vorzügen, denn die Bar war vollgestopft mit besoffenen Briten und Französischen Rugbyspielern(und Spielerinnen!!!), welche die Bar blockierten indem sie darauf Tanzten oder lagen.
Dort machte ich dann auch die bekanntschaft mit der Rugby-Nationalmannschaft der Fidschi-Inseln.
Nette Jungs, allerdings ein bisschen zu aufdringlich, und auch die Texanerin war nicht gerade angetan, also flüchteten wir ins nächste Taxi und es ging ab nach Lan Kwai Fong, einem Partyviertel von Hong Kong.
Dieser Ort wird mich wohl öfters ertragen müssen, mir gefällt es dort sehr.
Es fing schon gut an, wir kauften uns ein paar Bier im 7/11, die Texanerin und ich setzten uns an den Straßenrand und vollzogen die Königsdisziplin des sich-über-Leute-die-vorbeigehen-lustig-machen.
Nach einiger Zeit merkte ich, das ich direkt vor einer Deutschen Bar saß, also ging ich hinein, um mir ein Bild von der Bierauswahl zu machen.
Prompt wurde ich von 2 netten Schweizern (es gibt sie!) angesprochen, und es folgte ein Marathon "Erdinger Weißbier", welcher mich dann auch zu Fall brachte.
Der Abend wurde immer internationaler, in der Bar gegenüber wollte ich eigentlich nur einen Cocktail holen, traf dann aber auf eine Gruppe Australier und Deutsche....
So ging das dann bis um 4 Uhr morgens, als ich dann endlich ins Bett fiel.

Montag, 1. September 2008

Erster Schultag

Heute geht mein Leben in Hong Kong erst richtig los, denn der erste Schultag steht an!
Da ich allerdings erst um Eins ins Bett gegangen bin, war ich heute ensprechend gut gelaunt.
Nachdem ich mich beim Duschen fast das Genick gebrochen hatte, zwengte ich mich in die Schuluniform und machte mich auf die Reise (richtig, OHNE Frühstück).
Zur Schule stolpert man gerade mal 15 Minuten, welche ich damit verbrachte, meinen iPod zu verfluchen, da dieser entschieden hat, gerade jetzt den Geist aufzugeben.
Der Empfang in der Schule gestaltete sich.... eher gar nicht.
Ich ging zum Lehrerzimmer und wartete dort ca. 10 Minuten, bevor mich meine Vertrauenslehrerin abholte.
Mir wurde zudem ein Betreuer zugestellt, welcher auf den schönen namen Richmond hört.

Richmond und ich waren die ersten im Klassenraum, so hatte ich die Chance, jeden meiner 31 Klassenkameraden einzeln zu begrüßen.

Da es am ersten Schultag anscheinend nichts zu tun gibt, verbrachten wir den ersten Block damit, ins Guinnessbuch zu kommen, Kategorie "langsamste Bingo-Partie aller Zeiten".
Anschliessend gab der Schuldirektor eine Rede, und wir beteten gemeinsam für gute Zeitplanung (kein Scheiß!).
Dann geschah das, womit ich gerechnet hatte: Ich musste aufstehen und ca eine Minute starrerei über mich ergehen lassen.
Womit ich nicht gerechnet hatte: Ich musste auch noch auf die Bühne, und mich vorstellen.
Das war eigentlich für Mittwoch eingetragen, und wird dort auch nochmal gemacht.
Ansonsten gibt es noch erfreuliche Nachrichten. Ich hab 4 Sportstunden in der Woche, 2 davon mit meiner Klasse, 2 mit der 12.
zudem hab ich 5 Freistundem :D

Auf dem Rückweg von der Schule hab ich ein sehr interessantes Schulwappen gesehen, und gleich mal ein Foto davon gemacht.

下次見